Misophonie-Therapie

Misophonie  - Selective Sound Sensitivity Syndrome/selektive Geräuschintoleranz

"Geräusche, überall nicht's als Geräusche"

 

Geräusche, damit meine ich nicht den Strassenverkehr, den Presslufthammer oder das Kinderlachen auf dem Spielplatz. Ich meine nicht die laute Musik aus der Nachbarwoh-

nung oder den ganz normalen Alltagslärm. Natürlich nervt das und viele Geräusche/

Lärm, machen nachweislich krank.

 

Ich rede hier von den ganz alltäglichen Geräuschen, die die meisten Menschen nicht wahrnehmen, den Misophoniker aber wütend, hässig oder auch körperlich aggressiv

machen. Misophonie, wörtlich übersetzt, ist der Hass auf Geräusche:

 

Kauen, Schlürfen, Lippenschmatzen, Niesen, Schnäuzen, Finger knacken, Äpfel essen, atmen……alles was das Gegenüber so im Repertoire hat, treibt den Misophoniker zur Weissglut und einmal mit entsprechendem Geräusch getriggert (ausgelöst), befindet

sich der Misophoniker in einer Art loop.

 

Wut, Hass oder Aggressionen sind nicht mehr zu stoppen. Das Gegenüber jedoch kann  

nicht nachvollziehen, was mit dem Misophoniker los ist und kaut, schmatzt und atmet

einfach weiter. Währenddessen, sind SIE als Misophoniker davon überzeugt, dass die Geräusche immer lauter werden. Manchmal haben Sie sogar das Gefühl, das Gegenüber

kaut extra lange, schmatzt besonders intensiv  und ist dabei mit seinen Zähnen alles besonders laut zu zermalmen.

 

Im Inneren des Misophonikers fängt es an zu brodeln, die Haut beginnt vielleicht zu krib-

beln, der Bauch fühlt sich an, als hätte er soeben einen Schlag erhalten. Das Geräusch

wird lauter und lauter und es entsteht der Wunsch, nur noch mit Kopfhörern durchs Le-

ben zu gehen. Manche Misophoniker haben unterschiedlichste Strategien entwickelt,

um die Geräusche irgendwie aushalten zu können.

 

Beim romantischen Dinner muss vllt. im Hintergrund laute Musik zur Ablenkung laufen,

oder sie äffen die entsprechenden Geräusche sogar nach. Gleichzeitig gibt es immer mehr Betroffene, die sich vollkommen zurückziehen. Sich selbst aus dem sozialen Umfeld iso-

lieren, weil sie all die Geräusche nicht mehr ertragen. Freundschaften zerbrechen daran, Partnerschaft ist nicht mehr möglich und auch die Familie fühlt sich von derartigem Ver-

halten mehr und mehr genervt.

 

Misophonie, wenn Geräusche krank machen, Misophonie-Therapie.ch

Misophonie - noch weitestgehend unbekannt

 

In den 90er Jahren  wurde das Phänomen Misophonie zum ersten Mal von den Neurowissenschaftlern Margret und Pawel Jastrebow geprägt. Gefolgt von dem Psychiaterteam rund um Arne Schröder (Medizinisch Akademisches Zentrum Amsterdam) wurde in 2013 gefordert, Misophonie als psychische Störung in die ICD10 aufzu-nehmen., bis heute jedoch noch nicht erfolgt.

 

Misophonie - Symptome

Nervosität, Aggressionen, Konzentrationsschwierigkeiten, körperliche Verkrampfungen, Ängste, erhöhter Pulsschlag, Herzrasen, Schwitzen, verbale Wutausbrüche...

 

Misophonie - Häufigkeit

 

Da es sich noch um eine sehr junges Beschwerdebild handelt, fehlen bisher ausreichende Studien. Jedoch wird vermutet,

dass ca. 2% der Gesamtbevölkerung, Tendenz steigend, be-

troffen ist.  Betroffene wissen oftmals nicht, worunter sie lei-

den, aber sie leiden. Hilfe bei Misophonie

 

Hat das Beschwerdebild einen Namen, dann kann sich der Misophoniker auch auf die Suche nach Hilfe begeben. Dabei

geht es nicht darum, den Hass auf Geräusche zu pathologi-

sieren, sondern dem Leiden ein Gehör zu verschaffen. Und

wenn es einen Leidensdruck gibt, hat niemand das Recht

dies zu bagatellisieren.  Hilfe ist also notwendig.


Misophonie und seine Ursachen

 Bisher gibt es noch keine abschliessenden Studien zur Ursachenforschung. Vermutet wird jedoch, eine klassische „Konditionierung“ vorliegt, das heisst, irgendwann einmal, oft in der Kindheit aber auch noch später, hat der Betroffene unbewusst ein bestimmtes Ge-

räusch wahrgenommen, dass in irgendeiner Form an ein traumatisches Erlebnis gekoppelt war.

 

Fortan löst genau dieses Geräusch immer wieder extreme Reaktionen wie Wut, Hass oder auch Angst aus. Über die Jahre verfestigen

sich die belastenden Reaktionen, werden immer stärker und beeinflussen das gesamte soziale Leben. Misophonie wird aber nicht nur durch spezielle Geräusche, sondern mittlerweile auch durch bestimmte Handlungen oder Gerüche ausgelöst. Auch diese führen zu ei-

ner Art Reizüberflutung und lösen Hass, Wut und sogar aggressive Handlungen aus.

 


Misophonie - auslösende Geräusche und Handlungen

 

Atmen, Gähen, Niesen, Apfel essen, allg. Essgeräusche, Husten, Stottern, Stammeln, Räuspern, Kaugummi kauen, Lachen, Pfeifen, Schnarchen, Klopfen, Uhren ticken, Tastaturgeräusche, Geräusche elektrischer Geräte, Finger knacken, Zappeln, Fuss-, Hand-, Finger-bewegungen, Blinzeln, Kratzen, Nasenbewegungen, Nägelkaugeräusche, bestimmte Düfte, Gerüche, all das kann einen Misophoni-ker triggern, ihn an seine Grenzen bringen, sodass er/sie die Kontrolle über Emotionen und Handlungen verliert.  Es kann zu vollkommenem Rückzug, jedoch auch zu körperlichen Aggressionen gegen Personen kommen. 

 

Für das auslösende Verhalten ist es vollkommen gleichgültig, ob die Geräusche laut oder leise sind, ob die mimischen oder gestischen Bewegungen intensiv oder nur schwach wahrnehmbar sind. Der Misophoniker ist einfach auf den entsprechenden Auslöser getriggert.

Erst einmal im Gehirn konditioniert, kann es dazu führen, dass bereits die Angst vor dem Auslösen des Verhaltens zur entsprechenden aggressiven Reaktion führt. Emotionen verselbständigen sich, die Wut nimmt ihren Lauf.

 

 

Misophonie - Selbstschutz


 

Manche Misophoniker haben schon Angst vor der auslösenden Handlung, obwohl diese noch gar nicht eingetreten ist. Folge ist, dass

 z.B. Betroffene keine Mahlzeiten mehr mit der Familie/Freunden/Kollegen einnehmen oder sich mit Ohrstöpseln durch's Leben bewe-

gen. Sie ziehen sich zurück, essen alleine in einem Raum, isolieren sich in Arbeitspausen, nehmen immer weniger am gesellschaftlichen Leben teil.

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KONTAKT

Misophonie-Therapie, Martina Kammerer, Hypnosetherapeutin, Hypnose-Coach, Stressbewältigung

Martina Kammerer

 

Hypnosetherapeutin

Hypnose-Coach

Spezialgebiet Misophonie

 

Praxis für lösungsorientierte Hypnose

Schillerstrasse 1

CH-9000 St. Gallen