Ursachen von Misophonie - meine Praxiserfahrungen

Es kursieren die wildesten Vermutungen von Gehirnstörung bis sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Tatsache ist, es handelt sich um ein noch sehr junges Beschwerdebild ist ist kaum erforscht. 

Für hinreichende Erklärungen sind wir nach wie vor auf Aussagen von Misophonikern, wie auch eigenen Erfahrungswerten im Umgang

und Begleitung aus diesem Beschwerdebild angewiesen. Studien, die mit nur wenigen Probanden durchgeführt wurden, sollte man

meines Erachtens mit Vorsicht betrachten.

 

Ich selbst habe mich aufgrund meines eigenen Beschwerdebildes auf Misophonie-Therapie spezialiert.  Die Beobachtungen in

meiner Praxis zeigen:

- Der Beginn der Misophonie liegt in der Kindheit bis Jugend, sehr selten im Erwachsenenalter

- Die jeweiligen Trigger begannen immer durch Geräusche von nahestehenden Personen, meist Mutter oder Vater

- Die Geräusche sind nicht an bestimmte Lautstärken geknüpft

- Un»behandelt», weiten sich die Trigger im Laufe der Zeit aus, indem sich weitere Trigger entwickeln, bzw. die Ursprungstrigger immer             stärkere Folgehandlungen auslösen

- Im Verlauf können sich Ängste, Depressionen wie Phobien dazu entwickeln

- Die Reaktion auf die auslösenden Trigger beginnt irgendwann bereits vor dem jeweiligen Geräusch/Bewegung/Handlung

- Weitere Trigger sind tatsächlich erlernbar

Je mehr Beachtung der Misophonie geschenkt wird, desto stärker kann sie werden

 

Falsch sind meines Erachtens Behauptungen, dass sich bei Misophonikern beim Auslösen des jeweiligen Triggers Veränderungen des Hautleitwertes oder messbare Veränderungen im Gehirn nachweisen lassen, da hierdurch die Ansicht manifestiert wird, dass dies eine Eigenart von Misophonikern sei. Tatsächlich lässt sich jedoch bei jeder Person, die z.B. unter Stress gerät, ein veränderter Hautleitwert

wie veränderte Hirnströmungen nachweisen.

 

Ich empfehle daher weiterhin sehr vorsichtig mit Meinungen umzugehen, die dazu tendieren, es lägen organische Ursachen vor, die

mit entsprechenden Medikamenten oder speziellen Geräten bekämpft werden könnten. Weiterhin vertrete ich die Meinung, dass jedes Symptom, und das ist Misophonie wie jede andere Belastung, eine Ursache hat und diese gilt es zu finden und auf unterschiedlichen

Wegen zu verändern.

 

Natürlich können Sie sich Kopfhörer aufsetzen, mit Ohrstöpseln schlafen, ständig laute Musik laufen lassen oder sonstige Vermeidungs-strategien anwenden.

Wollen Sie das ein Leben lang und in verstärkter Form?

Ich beobachte in meiner Praxis, dass jeder meiner Klienten, der sich auf den Weg gemacht hat, zu mehr Lebensqualität gefunden hat. Nicht jeder konnte zu 100% die Misophonie loslassen, aber JEDER konnte den Alltag verbessern, hat gelernt, die Misophonie von einem anderen Standpunkt zu betrachten und so die jeweiligen Trigger minimiert.

 

Wann machen Sie sich auf den Weg?